Für Gaudenz Zemp, Direktor des KMU- und Gewerbeverbands des Kantons Luzern (KGL), sind die verschärften Massnahmen der Luzerner Regierung «ein eigentlicher Schock». 

Ein Auszug aus dem Artikel der LZ vom 11. Dezember 2020 «Die Restaurants sind kein Corona Hotspot - Reaktionen der Betroffenen zu den neuen Luzerner Reglen»

Zemps Wortwahl gründet in einer Mitteilung des KGL vom Donnerstag, in welcher der Verband die Luzerner Regierung aufforderte, sich beim Bund für weniger schärfere Massnahmen einzusetzen (wir berichteten). Nun hat die Regierung das Gegenteil beschlossen.

Der KGL hat laut Zemp jedoch erwartet, dass man zuerst die Wirkung der Verschärfung durch den Bund abgewartet hätte. So sei bisher immer kommuniziert worden, dass Effekte erst nach rund 14 Tagen sichtbar würden. «Man hätte also bis zum ersten Werktag nach Weihnachten die Entwicklung beobachten und dann entscheiden können.» Noch weniger nachvollziehbar sei die Frist vom 22. Januar. Der KGL-Direktor, der für die FDP im Kantonsrat politisiert, sagt:«Wenn die Situation derart volatil ist, müsste man die Planung flexibler und rollend machen. Für die Unternehmen zählt jede Woche, welche sie früher öffnen können.» 

Kommunikation des Regierungsrates nicht nachvollziehbar

Was aber am meisten befremde, sei die Kurzfristigkeit der Kommunikation. Die Frist bis zur Umsetzung betrage nur einen Tag, wobei dieser ein Samstag sei. Also der Tag, wo vor allem jene Personen frei hätten, welche für die Organisation und Planung zuständig seien. «Nicht nachvollziehbar» für den KGL sei zudem, dass die Entscheide ohne vorgängige Konsultation der Sozialpartner getroffen wurden. «Wir wären auch nachts um 2 Uhr für eine Sitzung zu haben, wenn man dadurch verhindern könnte, dass man solch einschneidende Massnahmen aus den Medien erfahren muss», enerviert sich Zemp. Dieses «völlig unabgesprochene Vorgehen» entspreche auch nicht den Versprechen, welche die Regierung an der letzten Kantonsratssession gemacht habe.